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Spitzenspieltag in der Ostsachsenliga, Zweiter gegen Ersten und Vierten. Demzufolge fanden sich mehr als 50 Zuschauer ein, eine Reihe von Ihnen auch von den Gastmannschaften. Uns fehlte weiterhin Lukas, jedoch kam leider kurzfristig auch noch Mario, der in den letzten Spielen überzeugt hatte, mit Grippe hinzu.

Zuerst standen uns im Kreisderby die Viktorianer aus Räckelwitz gegenüber. Denen fehlte der etatmäßige Zuspieler, weshalb Janko dessen Aufgabe übernahm. Der fehlte damit jedoch auf außen - uns sollte es recht sein. Es entwickelte sich das erwartet ausgeglichene Spiel, bei dem sich keine Mannschaft entscheidend absetzen konnte. Fast immer konnte der jeweilige Side Out genutzt werden. Da keine der Mannschaften den Satz hergeben wollte, wurden die Auszeiten kurz vor Satzende genommen. Mit mehr Erfolg für die Gäste, die den ersten Spielabschnitt mit 26:24 für sich entscheiden konnten. Aber wir wurden nicht unruhig, hatten ja die meiste Zeit des Satzes, wenn auch nur sehr knapp, vorn gelegen.

Im zweiten Spielabschnitt sollte es besser klappen. Es musste auch nur an kleinen Stellschrauben gedreht werden. Mit druckvollen Aufschlägen brachten wir Räckelwitz immer wieder in Bedrängnis. Unsere Annahme, die eigentlich schon im ersten Satz ganz ordentlich war, wurde noch etwas besser. Schnell hatten wir uns mit drei, vier Punkten abgesetzt. Der Räckelwitzer Trainer wartete relativ lange mit der ersten Auszeit (16:12), doch diesmal ließen wir uns nicht aus dem Rhythmus bringen. Mit variablem Spiel, erfolgreichen Angriffen von allen Positionen - auch aus dem Hinterfeld - machten wir Punkt für Punkt. Der Lohn war ein 25:19 am Ende des Satzes.

Darauf sollte sich doch aufbauen lassen. Aber wir verschliefen den Anfang des 3. Satzes, der Coach musste uns wachrütteln (Auszeit beim 1:4). Dies gelang. Eine kleine Aufschlagserie von Matthäus brachte uns nach vorn. Beim 14:11 Auszeit für Viktoria, doch wir zogen weiter. Zweite Auszeit, da keine Punkte hinzu kamen (18:11). Aber wir ließen uns nicht beirren, spielten unseren Stiefel runter und holten auch Satz 3 (25:17). Ein Punkt im Sack. Die eine Seite der Fans tobte, ein Trommelstock ging zu Bruch, ein Trommelfell folgte. Die Räckelwitzer Fans dagegen verstummten mehr und mehr.

Wir hatten jetzt richtig Spaß am Spiel gefunden, kein Wunder, mit Erfolg spielt sich´s leichter. Bei unserem Gegenüber klappte dagegen nicht mehr viel. Unsere Aufschläger hatten sich den Räckelwitzer Libero ausgeguckt, der nicht seinen besten Tag erwischt zu haben schien. Damit machten wir relativ leichte Punkte. Und mussten wir das Aufschlagrecht doch abgeben, kamen uns die Viktorianer mit einem Netzaufschlag entgegen. Und so drückten die Spielstände von 9:2 und 18:10 bei den Räckelwitzer Auszeiten auch die Spielverhältnisse in diesem vierten Satz aus. Unerwartet ohne große Gegenwehr holten wir auch den vierten Spielabschnitt deutlich mit 25:15.

Erstes Match gewonnen, das fing ja gut an. Besonders in den ersten Sätzen war es ein intensives Spiel, aber gemäß dem Motto „never change a winning team“ spielte der gleiche Sechser durch. Hoffentlich rächt sich das nicht.

Euphorisch gingen wir in das zweite Spiel gegen die jungen „Löwen“ vom OSC Löbau. Für Jonas, den im vorigen Spiel schon Krämpfe plagten, kam Frank ins Team. Er machte seine Sache ordentlich und trug dazu bei, dass wir nahtlos an das erste Spiel anknüpften konnten. So richtig Angst machten uns die Löwen aber nicht. Zu brav agierten sie im ersten Satz, wobei wir unsere körperliche Überlegenheit eindrucksvoll einbrachten. Die Auszeiten der Gäste beim 7:2 und 19:14 brachten uns nicht in Verlegenheit. Ohne Probleme gewannen wir den ersten Satz überlegen mit 25:15.

Im zweiten Satz sah es noch schlimmer für die jungen Wilden aus. In diesem Satz kam nun Gabriel auf außen zum Einsatz, so dass sich Jonas weiter der Regeneration widmen konnten. Bei sieben eigenen Punkten nahm der Gästecoach die erste Auszeit (13:7). Wir wechselten beim beruhigenden 17:7 unseren Zuspieler, Thobi kam ins Spiel. Aber irgendwie tat uns dieser Wechsel nicht gut. Und als der Gästetrainer beim 20:7 seine zweite Auszeit nahm, kamen die Löwen besser ins Spiel. Nach sieben Punkten in Serie wechselten wir im Zuspiel zurück, doch ein Bruch in unserem Spiel war unverkennbar. 20 Punkte sollten die Gäste noch holen, aber das sollte erst der Anfang einer ungeahnten Aufholjagd werden.

Aufgeschreckt durch das plötzliche Erwachen der Gäste stellten wir auf die erfolgreiche Aufstellung des ersten Spiels um. Und schnell führten wir wieder mit 11:6. Doch wir spielten die Spielzüge nicht konsequent zu Ende und unsere Fehler häuften sich. Bessere Aufschläge der OSC-Spieler gepaart mit schlechten Annahmen unsererseits brachten die Gäste immer näher heran und plötzlich lagen sie sogar vorn. Und diese Führung gaben sie nicht mehr ab. Das Auswechseln unseres in dieser Phase glücklos agierenden Juniors Matthäus kam zu spät, mit 25:18 ging der Satz nach Löbau. Okay, schnell vergessen machen den Satz, dann müssen wir halt den vierten holen. Doch leichter gesagt als getan. Mit großem Kampfeswillen standen uns die Gäste gegenüber. Der Satz gestaltete sich sehr ausgeglichen, die Führung wechselte hin und her. Und schließlich sah es so aus, als könnten wir beim 24:20 den Sieg über die Ziellinie retten. Doch weit gefehlt. Die Gäste gaben sich nicht auf und holten wirklich noch den Satzsieg (24:26).

Die Körpersprache unserer Mannschaft ließ schlimmes ahnen. Während uns gegenüber eine vor Zuversicht strotzende Mannschaft stand, ließen wir Köpfe und Mundwinkel hängen. Unser Spiel war unstrukturiert und langsam verließen uns die Körner. Trotzdem führten wir fast durchweg und der Löbauer Coach nahm beim 11:8 eine letzte Auszeit. Und es kam, was kommen musste. Unkonzentriert, körperlich platt versuchten wir es mit der Brechstange. Unser Block stand nicht mehr zusammen, so dass sich der Löbauer Hauptangreifer immer wieder durchsetzen konnte. Zwei Eigenfehler zum Abschluss sorgten schließlich dafür, dass die Mannschaft, auf die nach den ersten beiden Sätzen wohl niemand mehr einen Pfifferling setzte, auch den Tie Break gewann und uns nur einen ärmlichen Punkt überließ. Glückwunsch an die stark kämpfenden Gäste!

Was nehmen wir aus dem Spiel mit? Wir dürfen keine Mannschaft unterschätzen und müssen immer konsequent bis zu Ende spielen. Je länger das Spiel dauert, desto schwerer wird es, für die Muskeln und für den Kopf.

Ein herzlicher Dank gilt den vielen Fans und den Organisatoren. Sie hatten einen entscheidenden Anteil daran, dass wir heute vier Punkte holten und damit die Tabellenführung. Und das ist doch auch was!{jcomments on}