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Unser selbstgestecktes Saisonziel lautet: „oben mitmischen“. Zur Halbzeit bot sich nun sogar die Chance, die inoffizielle Herbstmeisterschaft zu erringen. Dazu waren im letzten Hinrundenspiel aber mindestens zwei Punkte notwendig, da der OSC Löbau ansonsten mit zwei 3-Punkt-Siegen an uns vorbeiziehen könnte. Von der „Papierform“ her sollte das machbar sein, da doch der derzeitige Tabellenführer beim Vorletzten antritt.

Mit dem knappen Kader von acht Spielern reisten wir nach Mittelherwigsdorf. Zwar fehlten Mario, Frank, Gabriel und unser Langzeitverletzter, aber trotzdem hatten wir - da sich Jonas und Siggi noch „frei nehmen“ konnten - eine gute Truppe beisammen. Die Gastgeber hingegen „litten“ darunter, dass das Protokoll nur Platz für 12 Spieler ließ. So mussten zwei Spieler wohl oder übel „auf der Tribüne“ Platz nehmen. Auch das Einschlagen sah bei den Hausherren gar nicht übel aus. Wuchtige Angriffsschläge knallten aufs Parkett, gar nicht schlecht, aber eben ohne Block. Das könnte wieder einmal unsere Chance sein, denn drei Spieler um die 2 Meter kann in unserer Liga kaum eine andere Mannschaft aufweisen.

Aber das Unterfangen gestaltete sich schwerer, als erwartet. So ging es im ersten Satz hin und her. Und da das Spiel so ausgeglichen war, sah lange Zeit keiner der Trainer die Notwendigkeit, eine Auszeit zu nehmen. Erst mal abwarten, wie es läuft. Beim 17:15 waren wir es dann, die eine Spielpause nahmen. Das wirkte und wir konnten uns absetzen, so dass auch die Traktoristen (beim 22:17) erstmals zur Auszeit riefen. Doch wir gewannen den Satz mit 25:21. Nicht schön, aber egal.

Satz zwei fing ähnlich an, bis zur Satzhälfte total ausgeglichen. Doch dann eine Aufschlagserie von Schwarzbach und Ketzler. Diese Serie versuchten wir durch einen Spielerwechsel - Thobi kam für Oli ins Spiel - zu unterbrechen. Aber das ging nach hinten los. Unsere Annahme in dieser Phase, gelinde gesagt, eine Katastrophe, wieder einmal standen wir viel zu weit hinten im Feld, so dass uns die Bälle förmlich vor die Füße fielen. Auch die kurz hintereinander genommenen „Schimpfpause“ halfen nicht. Beim 13:18 hatten wir den Satz scheinbar abgehakt und es sah so aus, als wollten unsere Spieler keine Kraft mehr „verschwenden“, den Rückstand aufzuholen. Ein glatter 15:25-Satzsieg für die Hausherren sorgte für Hochstimmung im Saal.

Dafür fiel die Traineransprache in der Pause so laut aus, dass es wohl in allen Ecken der Rundkuppelhalle zu hören war. Dies schien Wirkung zu zeigen. Die des glatten Satzgewinnes wegen euphorisch gewordenen Fans und Spieler wurden leiser und leiser, als es wieder ordentlich bei uns lief und die Anzeigetafel plötzlich ein 18:9 für die Gäste anzeigte. Endlich wieder strukturierte Spielzüge, variable Angriffe und gute Blocks. Zwar kam der SV noch einmal etwas näher, aber mehr als ein 25:16 war nicht drin.

Im vierten wollten es die Traktorspieler wohl noch einmal wissen. Deshalb nahmen wir vorsichtshalber eine frühe Auszeit beim 6:7. Zu gut war uns der Ausgang des Spieles gegen Löbau in Erinnerung. Aber der Traktor kam nicht mehr in Fahrt, stotterte immer mehr. Auch zwei Spielerwechsel halfen ihnen nicht. Mit einer nur durchschnittlichen Leistung entschieden wir auch den vierten Satz für uns und nahmen die für den Gewinn der Herbstmeisterschaft notwendigen drei Punkte mit nach Hause. Nur gut, denn Löbau gewann wirklich beide Spiele mit 3:0 und steht damit - auch wegen der überraschenden Niederlage der Räckelwitzer Viktoria - auf Platz 2 in der Halbzeittabelle.

Mit diesem Sieg im Rücken gehen wir zuversichtlich in das Pokalfinale am kommenden Samstag in der Bautzener Schützenplatzhalle und hoffen dabei auf die Unterstützung durch zahlreiche Fans.{jcomments on}