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Erster gegen Vierter, das nennt man wohl Spitzenspiel. Zu diesem reisten wir am 4.2. zu den Sportfreunden vom TSV Kunnersdorf. In der Vergangenheit waren das immer sehr spannende und auch enge Spiele, denkt man nur an das Hinspiel in Bautzen, wo wir erst 0:2 hinten liegen mussten, um wach zu werden und das Ruder doch noch herumzureißen.

Zuerst einmal hieß es jedoch, die Trillerpfeife zu strapazieren und den Gegner im Spiel gegen Boxberg zu beobachten. Gegen den Tabellenletzten, der sich ziemlich unbeweglich und fehlerhaft präsentierte, taten sich die Hausherren schwerer als erwartet und mussten sogar einen Satz abgeben. Da fiel einem doch gleich wieder das Springpferd ein, das nicht unbedingt höher steigt, als es unbedingt muss. Dabei hatte Kunnersdorf eine voll besetzte Auswechselbank und machte von seinem Wechselrecht auch rege Gebrauch.

Auch wir waren mit zehn Spielern angereist, aber wenn man sich einige genauer ansah, war denen deutlich die fehlende Fitness anzusehen. Zuspieler Ralf hatte sich vor kurzem einen Bänderriss zugezogen und saß bandagiert auf der Bank. An Christians blassem Gesicht war deutlich der in ihm steckende Infekt zu erkennen und Lukas saß erstmals seit einem dreiviertel Jahr zumindest als Notnagel auf der Bank. Diesen Umständen geschuldet begannen wir in einer Aufstellung, in der wir noch nie gespielt hatten. Christian auf der Bank, dafür Jonas auf Mitte, Mario auf Jonas‘ Stammposition, Matthäus auf Außenannahme und schließlich Thobi für Ralf ins Zuspiel. Um es vorwegzunehmen: Der Versuch ging total in die Hose. Die Hausherren nutzten die Gegebenheiten ihrer berühmt berüchtigten flachen Halle in Ebersbach gnadenlos aus. Wir dagegen zeigten große Schwierigkeiten vor allem in der Ballannahme, egal ob bei Flatterbällen oder harten Aufschlägen. Auch Thobi hatte seine liebe Mühe mit der Verwertung der schlechten Annahmen und der niedrigen Decke und auch seine Aufregung war nicht zu übersehen. So spielten uns die Hausherren praktisch an die Wand und wir kamen gar nicht dazu, ein halbwegs vernünftiges Angriffsspiel aufzubauen. Die Zuschauer freute es, die Trommel machte fröhlich Musik und immer wieder erklang es „heh, Decke, heh“. Schließlich wurden wir in diesem Satz mit sage und schreibe 8:25 abgeschossen. Am Ende des Spielabschnitts wechselten wir Ralf und Christian ein - wohl wissend, dass dieser Satz Geschichte war - aber so konnten sie sich schon mal auf den zweiten Satz vorbereiten.

Im zweiten Satz stand - zumindest personell - unser Stammsechser auf dem Parkett, heute der bewegungseingeschränkte Ralf im Zuspiel und der blasse Chris auf Mitte. In der Satzpause hatten wir uns noch einmal den einen oder anderen Hinweis zum Umgang mit dem Spielgerät unter den Bedingungen einer flachen Halle ins Gedächtnis gerufen, aber es dauerte doch noch eine Weile, bis wir uns halbwegs eingestellt hatten. Und so langsam kamen wir über den Kampf ins Spiel. Zwar machte der groß gewachsene B. Scholz anfangs weiter seine Punkte über außen, aber peu a peu fand unser Block zu gewohnter Stärke. Ab Satzmitte stets mit 2, 3 Punkten führend, retteten wir den knappen Vorsprung bis ins Ziel und gewannen schließlich mit 25:23. Ein ganz wichtiger Satzsieg für die Moral!

In der Halle war es nun merklich ruhiger geworden. Die Kunnersdorfer Trommel gab zwar immer wieder einmal ein paar aufmunternde Töne von sich, aber die TSV-Spieler schienen zu grübeln, wie es nach einem so überlegenen ersten Satz zu solch einer Wende kommen konnte. Das nutzten wir aus und zwangen dem Gegner endlich unser Spiel auf. Nun hatten wir immer wieder Gelegenheit, uns bei der flachen Halle zu bedanken und auch bei U. Manteufel für erste misslungene Aufsteigerversuche. Auch Matthäus, Mitte des Satzes eingewechselt, kam jetzt zu seinen ersten Punkten. So holten wir Satz 3 am Ende überlegen mit 25:17.

Nun wollten wir den Sack auch zumachen. Im vierten Satz anfangs nur knapp führend, bauten wir den Vorsprung immer weiter aus. Entgegen kam uns dabei, dass es mit dem TSV-Aufsteiger heute einfach nicht klappen sollte. Mitte des Satzes kam noch einmal Matthäus, Ende des Satzes Thobi ins Spiel. Zwar kämpften sich die Hausherren wieder heran, aber schließlich hatten wir Satz- und Matchball. Nachdem Christian diesen vergebenen hatte, waren wir den Gastgebern schließlich über das Geschenk eines ebenfalls vergebenen Aufschlages dankbar und froh über die schwer erkämpften drei Punkte - immerhin einer mehr als im Hinspiel. Nun haben wir drei Wochen Zeit die Wunden zu lecken, um dann fit in das schwere Spiel gegen die Viktorianer aus Räckelwitz anzutreten. Wie wichtig es ist, dass alle Spieler an Bord sind, zeigte sich im ersten Satz deutlich, wobei man auch sagen muss, dass es denkbar ungünstige Bedingungen, waren, um sich als Alternative zu empfehlen.

Wieder einmal bedanken wir uns für die Unterstützung durch unsere aus der Ferne mitgereisten Fans!

Wir spielten mit Thobi, Mario, Oli, Siggi, Matthäus, Jonas, Ralf, Chris, Lukas und Libero Sven.{jcomments on}